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Glanzlichter der Buchkunst 20: Der Psalter Ludwig des Heiligen
Einzelpreis: € 98,00   Reihenpreis: € 85,00
Erscheinungstermin: 2011     ISBN: 978-3-201-01949-1

 
Bildteil: 184 Seiten
Kommentar: Marcel Thomas, 80 Seiten, deutsch/französisch/englisch
 
Mit dem Psalter Ludwigs des Heiligen bewahrt die Bibliothèque nationale in Paris eine Handschrift, die selbst in ihrem so immens reichen Bestand an Codices eine hervorragende Sonderstellung einnimmt.
Hergestellt für einen der bedeutendsten Herrscher des Mittelalters, dessen Regentschaft in Frankreich als das „goldene Zeitalter“ bezeichnet wird, kommt der Handschrift beinahe die Bedeutung einer Reliquie zu. Ludwig IX., der Heilige, verkörperte den Idealtypus des christlichen Herrschers, dessen tiefe Religiosität sein Handeln als Mensch und König bestimmte. Aus verschiedenen Quellen wissen wir, dass der König sich täglich der geistlichen Lektüre widmete. Die Annahme, dass er dabei auch aus dem zwischen 1253 und 1270 für ihn geschriebenen und künstlerisch ausgestatteten Psalter gebetet hat, ist durchaus begründet.
 
Dem lateinischen Psalmentext vorangestellt ist ein prächtiger Bilderzyklus, der mit seinen 78 ganzseitigen Miniaturen zu Themen aus dem Alten Testament den Höhepunkt der französischen Buchmalerei der Gotik repräsentiert.
 
Die den Büchern Genesis, Exodus, Numeri, Josua, Richter und Samuel/Könige entnommenen Szenen sind in eine architektonische Umgebung eingebettet, in der lebhaft bewegte, elegant proportionierte, grazile Figuren in einer verinnerlichten Haltung agieren. Die reiche Verwendung von Gold und die für die Hofkunst dieser Zeit typischen Farben – Tiefblau und Rosa, zarte Grüntöne und Graublau – rufen die Glasfenster der Sainte-Chapelle in Paris in Erinnerung, jeder Palastkapelle, die Ludwig der Heilige knapp vor der Mitte des 13. Jh.s hatte erbauen lassen.
 
Die kostbare Handschrift umfasst heute 260 Blätter: den Bilderzyklus, den Psalmentext, ein Kalendarium und eine Reihe von Gebeten. In die vorliegende Ausgabe wurde der gesamte Buchschmuck - die 78 ganzseitigen Miniaturen, der Kalender und die acht eindrucksvollen figürlichen Initialen für den Beginn einzelner, besonders hervorgehobener Psalmen aufgenommen.
In diesen Malereien erweist sich der Psalter Ludwigs des Heiligen als das schönste Werk der französischen Buchkunst des 13. Jahrhunderts.

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