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Codices Becker I/II

vorkolonial bzw. 1. Hälfte des 16. Jh.
Bibliografische Angaben
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Die Codices Becker I und II – benannt nach ihrem Vorbesitzer in Darmstadt, von wo sie 1897 ins Museum für Völkerkunde (vormals k.k. Naturhistorisches Hofmuseum) gelangten – gehören zu den wenigen erhaltenen und damit um so wertvolleren altmexikanischen Bilderhandschriften. Beim Codex Becker I handelt es sich um eine primäre vorspanische Quelle, deren drei erhaltene Fragmente (insgesamt 16 Seiten) den kurzen Zeitraum von 21 Jahren in der Geschichte zweier mixtekischer Dynastien (mit den zahlreichen Verwandten- und Geschwisterehen bei diesen Fürstengeschlechtern) umspannen. Die genaue zeitliche Eingrenzung verdanken wir der Angabe von Jahreshieroglyphen, die jede der mäanderförmig angeordneten, sehr sorgfältig gemalten Bilderfolgen einleiten.

Auch mit dem in fünf Seiten erhaltenen Codex Becker II, einer aus der ersten Hälfte des 16. Jh.s stammenden Kopie einer vorkolonialen Handschrift, liegt mit der Liste von Herrschern und genealogischen Daten ein historisches Dokument vor, aus dem sich eine patrilokale Gesellschaftsordnung (die Frauen folgen den Männern zu deren Wohnsitzen) ablesen lässt. Religiöse Belange (etwa in der detailreichen Schilderung von Zeremonien und Tempelritualen) spielen aber auch bei solchen historischen Schriften die Hauptrolle und geben einen Eindruck von der beherrschenden Rolle der Religion auch im täglichen Leben der Mixteken.