Die Riesenbibel von St. Florian


Autor: F. Buchmayr/K. Rehberger/F. Simader
ISBN: 978-3-201-01886-9
Erscheinungstermin: 2007

€ 9,90

Lieferbar

Stiftsbibliothek St. Florian, Cod. XI 1.
Kommentar von Friedrich Buchmayr und Friedrich Simader
ca. 60 Seiten mit 24 Farbtafeln

Die Riesenbibel von St. Florian, gegen 1150 im oberösterreichischen Augustiner-Chorherrenstift entstanden, zählt mit ihren 66 x 47,5 cm zu den größten in Österreich erhaltenen Handschriften. Sie folgt einem im Rahmen der Gregorianischen Reform in Italien entwickelten neuen Buchtyp, der die Stellung der Bibel als Buch der Bücher unter anderem durch das imposante Format zum Ausdruck bringen wollte.
Einem entsprechenden Vorbild sind auch Teile der Ausstattung verpflichtet. Bestimmendes Element sind große, manchmal die gesamte Seitenhöhe einnehmende und damit über einen halben Meter hohe Deckfarbeninitialen, die nach einer italienischen Vorlage kopiert wurden. Dazu kommen Miniaturen und variantenreicher Initialdekor, die in der Tradition des süddeutschbayerischen Raums stehen. Mit diesem unvermittelten Nebeneinander von italienischen und einheimischen Formen nimmt die Handschrift in der romanischen Buchmalerei nördlich der Alpen eine Sonderstellung ein.
Ungewöhnlich ist auch die Geschichte der Riesenbibel. Einträge verschiedener Zeiten belegen zunächst die jahrhunderte lange Ver-  wendung im Stift St. Florian. Spätestens im 15. Jahrhundert wurden jedoch unter ungeklärten Umständen zahlreiche Blätter aus der Bibel entfernt. Einige wenige davon können nun zumindest in anderen österreichischen Sammlungen nachgewiesen werden.